Lederkunde

Wie Leder und Ledertracht entstanden

Das Gerben von Tierhäuten gehörte anfänglich zu den häuslichen Arbeiten.

Gerber als selbständige Handwerker werden erst im 13. Jahrhundert erwähnt.

Die Erzeugung des weichen Bekleidungsleders hingegen blieb dem Weißgerber vorbehalten, der sich neben Hirsch-, Gams- und Rehdecken auch der Kalbs- und Ziegenhäute bediente.
Die Hauptabnehmer des Sämischleders waren die Beutler und Handschuhmacher, die daraus vornehmlich Lederbeutel, Taschen und Gürtel für das Jagd- und Kriegshandwerk sowie die übliche Lederkleidung vom Handschuh über Wams und Hose bis zu den ledernen Strümpfen, anfertigten.
Die Lederstrümpfe übrigens, die man mit sogenannten "Nesteln" (Bänder, Riemen) an der verhältnismäßig kurzen Hose befestigte, wuchsen später mit dieser zusammen und wurden durch lodene oder wollene Strümpfe ersetzt.


Die Grundformen der Lederhose haben sich im Laufe der letzten Jahrhunderte nicht mehr wesentlich verändert, wenn man davon absieht, dass die Hosenbeine bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts weit und überfallend waren, sich aber allmählich verkürzten und verengerten, bis sie schließlich zur Zeit der Französischen Revolution prall an den Schenkeln saßen.
Der Verschluss der Hosen erfolgte oben immer mit einem Latz und an den Beinen entweder mit Bändern oder Knöpfen.
Die Tierhäute werden in der eigenen Sämischgerberei nach traditionellen Regeln der Zunft zu Leder verarbeitet und gefärbt. Innen sind sie weiss, die handgefertigten Lederhosen aus dem Hause Jahn-Markl, und daran sind sie von anderen Erzeugnissen auch leicht zu unterscheiden.
Durch eine dosierte Alaunbeigabe beim Gerbvorgang wird das Leder weiss, die nachfolgende Rückfettung mit Dorschtran macht es geschmeidig, waschbar und atmungsaktiv. Durch diese Eigenschaft ist sämischgegerbtes Leder hervorragend hautverträglich.
Ein weiteres spezielles Merkmal ist die antik aussehende Lederfarbe "Salzburger Altschwarz" die seinerzeit extra für Kaiser Franz-Josef im eigenen Betrieb entwickelt wurde.


Das ehemalige Gerberhaus in der Steingasse (nach einem Aquarell von R. Pötzelsberger)

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